Ein neues Workshop-Format ist ein Wagnis. Auch der Zeitpunkt am Ende einer heißen Juliwoche birgt ein gewisses Risiko. Die Ergebnisse der Audit-Werkstatt zu „Audits auf Augenhöhe“ zeigen allerdings, dass dieses Thema  „bewegt“: Es bietet nicht nur Schnittstellen zum organisationalen, sondern auch zum ganz persönlichen Lernen …

„Wie bitte – schon vorbei?“

Tatsächlich hat niemand bemerkt, dass in einigen Minuten das offizielle Ende der Audit-Werkstatt erreicht sein wird.

Es ist Freitagabend, 17.55 Uhr. Eröffnet um 13.00 Uhr wirken alle immer noch voller Energie und „mitten drin“.
Gestartet sind wir in dieser “ß-Version” mit fachlichen Impulsen zur gemeinsamen Orientierung. In den anschliessenden Kleingruppen werden provokante Fragen und Erfolgsfaktoren diskutiert. Anschliessend fliessen die Ideen und Erfahrungen zu neuen und anderen Verfahrensweisen im Audit mit solch einer Kraft, dass das Einleiten der Abschiedssequenz fast weh tut.

Für die kurze Zeit ist viel passiert

  • Wieder einmal ist deutlich geworden, dass sich Auditor*innen nicht als „Prüfer“ sehen wollen, sondern lieber „Verbündete“ sind. Verbündet konzentriert auf ein wertvolles Ziel, das hier und da auch gegen unsinnige Einflüsse geschützt werden muss.
  • Gelebte Augenhöhe ist allerdings nicht ganz einfach. Gerade interessiertes, unzensiertes Zuhören (auch als Methode des „aktiven Zuhörens“ bekannt) braucht einen entsprechenden Rahmen. Checklisten, die “abgearbeitet” werden – da sind sich alle einige – sind dazu keinesfalls förderlich.
  • Allerdings ist da auch Unbehagen! Furcht, das Zertifikat zu verlieren, wenn sich zu viel ändert und von der gängigen Praxis abweicht. Vorbehalte, den externen Auditor mit Standpunkten und Vorgehensweisen zu konfrontieren, zu denen das Unternehmen und seine Führung zwar steht, die aber eben neu und unkonventionell sind. Wann ist die Zeit dafür reif?  Das muss jedes Unternehmen für sich entscheiden. Aber: Lernen muss erlaubt sein!

Ja, der Nachmittag ist schnell vorbei und wenn ich dem Feedback aus den anschliessenden Telefonaten glauben darf – haben die Teilnehmenden für sich und ihre Audits wertvolle Anregungen mitgenommen.

„Das werde ich beim nächsten Audit/nächste Woche/…  gleich ausprobieren…“

Das höre ich nicht nur einmal. Was will ich mehr? Das Konzept ist aufgegangen. Wieder etwas gelernt! 😊

Links & Verweise

Mehr zu möglichen Veranstaltungen und Formaten für interne Auditoren und andere Abenteurer unter Angebote.

Übrigens: Das Giraffenfoto ist bewusst gewählt. In der “Gewaltfreien Kommunikation” von Marshall Rosenberg repräsentiert die Giraffensprache eine verbindende und konstruktive Kommunikation – ganz im Gegensatz zur Wolfssprache, die als Herrschaftssprache gesehen wird.

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