Worum geht´s?

Wenn Denken und Bewerten schnell, aber nicht zielführend läuft

In der Zusammenarbeit kommt es immer mal zu Unstimmigkeiten: zwei Meinungen, zwei Standpunkte, zwei festgefahrene Positionen und schon ist die gemeinsame Entscheidung ausgebremst.

Unentschiedene Entscheidungen können ganz schön frustrieren.  So lassen notorische Nachfrager in einem Projektteam zum Umweltmanagement schnell mal die eine oder andere Schublade im Kopf aufspringen. Das ist dem Arbeitsprozess nicht immer förderlich.

Hintergründe und Ansätze dazu, wie Wahrnehmen und Bewerten als Vorstufe des Handelns funktionieren, liefern insbesondere die Kognitionswissenschaften. Und glücklicherweise gibt es Methoden, die helfen, damit besser und bewusster umzugehen…

Schlaglichter

  • Das menschliche Betriebssystem ist sehr energieeffizient. Besonders unser Gehirn nutzt bei der Wahrnehmung und Interpretation der Wirklichkeit interessante Abkürzungen.
  • Deshalb liest man in diesem Zusammenhang auch von „Wahr-Gebung“. Diese ist „selbstgemacht“  und basiert auf individuellen Kenntnissen und Erfahrungen. So ist es auch logisch, dass sie (Wahrnehmung/Wahrgebung) von Person zu Person unterschiedlich sein muss.
  • Wir bewerten und entscheiden dann nicht mehr bewusst und reflektiert, sondern nach abgespeicherten Faustregeln (mentale Patentrezepte). Die 3 hier vorgestellten:
    1. die „Schublade“: ungute Vorerfahrungen mit bestimmten Menschen prägen unser Bild von ihnen ggf. dauerhaft…
    2. schwarze Schafe und schnelle Schuldzuweisung, die entlasten
    3. fachlicher Tunnelblick verengt die Wahrnehmung
  • Ein Shortcut auf der Tastatur hilft schnell und einfach weiter. Ein Shortcut im Kopf  führt zu vorschnellen Urteilen – in der Regel unbewusst – und verhindert echten Austausch….

Ansatzpunkte für die betriebliche Praxis

  • Vor Austausch, Entscheidungs- oder Problemlösegesprächen (auch im Audit) führt der sogenannte „Pespektivenwechsel“ zu mehr Offenheit.

  • Außerdem führt der Versuch, in die Schuhe des anderen zu steigen (oder: durch die Brille des Gegenübers zu schauen) zu einer entspannteren Grundhaltung: „Aus seiner/ihrer Sicht ist das verständlich und OK!“

  • Im besten Fall ist das Ziel am Ende schneller erreicht – auch energieeffizient 😉

Zum Weiterlesen und vertiefen (Links & Verweise)

Engpässe und Abkürzungen bei der „denkenden“ Handlungsvorbereitung  finden sich im Kap. 8 „Denken und Handeln im Unternehmen verstehen“.
Hier gehe ich auch auf die speziellen Herausforderungen im Managementsystem ein und wann und warum der Mensch ggf. zum „Risikofaktor“ werden kann…

Passende Beiträge in meinem BLOG:
Wer sind eigentlich die Kunden der Internen Audits? (Perspektivenwechsel!)

Ein fundierter Beitrag zu „Schuldzuweisungen: Das verhängnisvolle Schwarzer-Peter-Spiel“ findet sich hier auf den Seiten der Umsetzungsberatung (Winfried Berner und Partner)

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