Worum geht´s?
Warum Kommunikationskonflikte oft nur die Spitze des Eisbergs sind
„Wir haben hier ein echtes Kommunikationsproblem.“ Solche Sätze höre ich in Trainings immer wieder.
Und ja – Kommunikation ist überall. Deshalb liegt der Verdacht nahe: Wenn es knirscht, dann liegt es eben an der Kommunikation.
Aber stimmt das wirklich?
In dieser Episode sortiere ich gemeinsam mit dir den großen „Sammeltopf Kommunikationskonflikt“ und frage, was dort wirklich reingehört – und was eigentlich nicht.
Du erfährst,
- wie hilfreich es ist, zwischen Sach- und Beziehungsebene zu unterscheiden
- welche typischen Missverständnisse auf der Sachebene entstehen
- warum Beziehungskonflikte oft eine Vorgeschichte haben und
- wie du Konflikte diagnostisch sauberer einordnen kannst
– und zwar ohne „persönlich“ zu werden.
Schlaglichter
Erst Diagnose, dann….
Nicht jeder Kommunikationskonflikt ist einer.
Viele Spannungen, die als Kommunikations- oder Beziehungsproblem wahrgenommen werden, haben ihren Ursprung woanders.
Hier die Details:
- Kommunikation hat zwei Ebenen: die Sachebene (Inhalt, Verständlichkeit, Klarheit) und die Beziehungsebene (emotionale Qualität, Vertrauen, Chemie).
- Missverständnisse auf der Sachebene entstehen oft durch unterschiedliche Fachsprachen – z. B. Normsprache vs. Alltagssprache –, mangelnde Struktur oder widersprüchliche verbale und nonverbale Signale.
- Sie lassen sich vergleichsweise leicht lösen: durch Nachfragen.
- Auf der Beziehungsebene mischen Emotionen kräftig mit. Im Konfliktfall: Frust, Ärger, Enttäuschung, Vertrauensverlust.
Sie entstehen selten durch einen Vorfall, sondern entwickeln sich über die Zeit und durch Wiederholung. - Beziehungskonflikte sind häufig Stellvertreterphänomene: Dahinter stecken oft Missverständnisse, Rollenkonflikte oder Prioritätenkollisionen, die nie wirklich gelöst wurden.
Der erste Schritt zur Klärung: Die richtige Diagnose
- Liegt ein Missverständnis vor?
- Ein Rollenproblem?
- Ein Ziel- oder Prioritätenkonflikt?
Erst dann zeigen sich wirksame Ansatzpunkte für eine konstruktive Lösung.

Ansatzpunkte für die betriebliche Praxis
Zum Weiterlesen, -hören und vertiefen (Links & Verweise)
Das Verständlichkeitsmodell stammt u.a. von Friedemann Schulz von Thun (Langer, Inghard / Schulz von Thun, Friedemann / Tausch, Reinhard)
Mehr dazu auf Wikipedia
Weitere Podcasts zu den Konfliktmustern und Rollenkonflikten
Podcast 98: Wo Zusammenarbeit an Grenzen stößt: Konfliktmuster im Managementsystem-Alltag
Podcast 99: Zwischen den Stühlen – Warum deine Rolle so oft unter Spannung steht
Podcast 100: Rollen-Klarheit statt Ja-Reflex – Drei Schritte zur wirksamen Positionierung in HSE, Q & Co.
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