Worum geht´s?
Damit „Kannst du mal eben…“ nicht zur Sackgasse wird
Im Alltag fliegen dir die Aufgaben nur so zu – auf dem Flur, zwischen Tür und Angel, mitten im Betrieb. Und ups: schon hast du wieder eine eingefangen. Aus Kollegialität, aus Routine – oder weil du die Abweichungen im Audit schon winken siehst.
Damit du mit deinen Aufgaben nicht in der Sackgasse endest, stelle ich dir in dieser Folge 3 Schritte und wichtige Elemente einer guten Positionierung vor, die dir helfen zu sortieren, ohne dass du als Rollen-Polizei dastehst.
Ich zeige dir insbesondere,
- wie du dir als Fundament einen belastbaren Rollenanker baust,
- welche Schlüsselfrage dir hilft, die entscheidenden Kontextinfos zu bekommen – bevor du „automatisch“ Ja sagst,
- welche typischen Gründe hinter dem „Kannst du mal…?“ stecken – und was das für ein Klärungsgespräch bedeutet.
Also: reichlich Zutaten für passende Lösungen und vor allem für gute Zusammenarbeit.
Schlaglichter
Arbeitsteilung ist wie Ballspiel: Wenn du die Bälle immer fängst, bist du nicht nur Engpass, sondern auch schnell Endstation.
Das fühlt sich nicht nach „Wirksamkeit“ an, sondern nach „Dauer-Abo“. Positionierung hilft dir und euch, zu sortieren, abzugeben und bessere Lösungen zu finden.
Positionierung heißt für mich: Ich mache sichtbar, wofür ich in meiner Rolle stehe (und wofür nicht) – und woran andere gute Zusammenarbeit mit mir erkennen.
Das Problem, wenn ich das nicht tue: Dann wird meine Rolle „von anderen bewirtschaftet“. Sprich: Erwartungen anderer setzen sich durch – und ich wundere mich später über Reibung, Stress und Rollenkonflikte.
3 Stationen der Klärung
1. Rollenanker setzen
- Was muss ich (Pflichten, Vorgaben, ggf. rechtlich/formal)?
- Was darf ich – und was darf ich nicht?
- Wo sind Graubereiche/Spielräume?
- Und: Was will ich eigentlich? Was kann ich gut – was kostet mich unverhältnismäßig viel Kraft?
Dieser Anker ist nicht nur „Selbstklärung“, sondern auch eine Verständigungsbasis mit anderen.
2. Kontext klären statt Reflex-Ja oder -nein
- Bevor du dich festlegst: Frag nach dem „Warum“ hinter dem Aufgaben-Zuwurf.
- Eine Schlüsselfrage dafür ist sinngemäß:
„Bevor ich etwas zusage: Hilf mir kurz zu verstehen – was macht dich/euch so sicher, dass diese Aufgabe bei mir gut aufgehoben ist?“
3. Klärungsgespräch führen – passend zum echten Grund
- Die Antworten sind Gold wert, weil sie zeigen, worum es eigentlich geht.
Typische Gründe aus der Praxis:
– Rollenunklarheit (wer entscheidet/ist verantwortlich?)
– Kompetenzthemen (kann es gerade niemand oder traut sich nicht?)
– Audit-/Zertifizierungsangst („Dann sind wir auf der sicheren Seite…“)
– Ressourcen-/Dringlichkeitsargumente („Wir haben Wichtigeres…“)
– eingeschliffene Gewohnheiten/kulturelle Muster („Das haben wir immer so gemacht“).
Wichtig dabei: Kontexte sind unterschiedlich. Ich kann also nicht „die eine richtige Reaktion“ liefern – aber ich kann dir Diagnose-Impulse geben, damit du klüger entscheidest, was du anbietest, verhandelst oder (begründet) ablehnst.
Ansatzpunkte für die betriebliche Praxis
… auch als Worksheet zum Downloaden!
Mini-Selbstcoaching: Vom „Ach so!“ in die Praxis (Die „Ansatzpunkte für die betriebliche Praxis“ in einem Wordformular zum Ausfüllen) >>>> siehe Links und Verweise
Zum Weiterlesen, -hören und vertiefen (Links & Verweise)
Mini-Selbstcoaching: Vom „Ach so!“ in die Praxis (Die „Ansatzpunkte für die betriebliche Praxis“ in einem Wordformular zum Ausfüllen)
>> Worksheet zu PC 100 (als Word-Formular)
>> Worksheet zu PC 100 (als pdf)
Selbstcoaching-Guide zum Rollen-Anker „bauen“ (umgebaut und ergänzt aus einem Mail-Coaching zur Rollenklärung und im Austausch gegen deine Mailadresse)
>> hier mehr dazu
Bilder-Nachweis
@ Bildhintergrund von mir und ChatGBT
@ Grafik von Napkin
Quellen und Bücher
– DGQ-Impulspapier von mir zum Fokus Mensch in Managementsystemen: (2022): Voll „von der Rolle“?
Hinterlasse einen Kommentar